… das habe ich (fast) geschafft. Ich hätte vor einem Jahr schon gehen sollen. Das wäre der perfekte Abschied geworden. Seit damals denke ich nämlich schon darüber nach. Jetzt ist es soweit. Und weil derzeit in der ganzen mageren und kargen Kommunikation nur Erfindungen, Gerüchte und Halbwahrheiten unterwegs sind, will ich hier meine Gründe aufführen. Auch um zu vermeiden, daß mir später andere dann ihre ‘Wahrheiten’ andichten, denn das passiert aktuell überall und ständig.
Warum?
Es wurde Zeit, ganz einfach. Ich bin 40 Jahre alt und will in meinem Leben noch etwas anders machen als bei %dieser Firma% arbeiten (ich erspare mir den Namen, denn ich will nicht daß irgendwann dieser Blogpost noch vor der Firmenseite in Google erscheint. Das wäre peinlich für mich und andere). Und die IT ist eine Branche, in welcher man mit meinen 9 Jahren Betriebszugehörigkeit schon fast als unvermittelter gilt. Daher wurde es Zeit zu entscheiden. Jetzt gehen oder für immer bleiben.
Warum noch?
Für ein ‘für immer bleiben‘ fehlten wir dann doch die positiven Aussichten. Damit will nicht NICHT sagen, daß ich die aktuellen Aussichten als negativ einschätze. Auf diesem Markt kann man sooooo viel Geld verdienen, man muß nur gut sein und für seine Sache leben. Das kaufen die Leute gerne, schon weil man im direkten Vergleich positiv heraussticht.
Der Merger hat damit nur sehr wenig zu tun. Hauptsächlich erleichtert er es mir, weil sich durch diesen Merger sehr viel gleichzeitig ändert, vieles was sich eigentlich schon lange ändern muß. Ich verlasse also meine alte Firma und mache damit Platz für eine neue Firma. So sehe ich das. Denn mittlerweile bin ich vielleicht sogar schon Teil des Problems und nicht mehr Teil der Lösung.
Diese Entscheidung fußt nicht auf Details. Ich entscheide nicht weil „der gesagt hat“ und „jeder gemacht hat“. Ich entscheide mich so, weil die Gesamtsituation mir ein positiven oder negativen Gesamteindruck gibt. In diesem Fall eben einen negativen. Und jeder von uns muss sich jeden Tag in die Arbeit motivieren. Wenn das zu schwer fällt, wird’s einfach Zeit. Es mußte einfach was neues her.
Und was heißt das jetzt? Was wird jetzt?
Nix. Gaaaar nix. Wie Fendrich singt: „Es wird kein Stein vom andern rollen“. Mein Nachfolger wird sich an die Arbeit machen und die Probleme angehen. Das hätte ich auch getan. Ich war mittlerweile seit über 9 Jahren dabei. Zu Beginn konnte ich alleine durch die Tatsache der fehlenden Betriebsblindheit noch gut sein. Gut für die Firma, meine Kollegen, meine Mitarbeiter. Mittlerweile bin ich nicht mehr neu und genauso betriebsblind wie fast alle anderen. Ich finde es gut, daß hier jetzt ein frischer Wind Einzug halten kann, etwas das die Firma wirklich dringend braucht. Es gehört mehr als nur einmal kräftig gelüftet. Frische Ideen und frische Kraft braucht es hier jetzt. Das wird die Systemberatung und auch die ganze %Firma% wieder weiter voran bringen und kann eine Weiterentwicklung bewirken. Der Markt steht nicht still, wir dürfen das auch nicht.
Und sonst so?
Wenn Euch diese Begründung nicht reicht, stellt Euch einfach vor, ich wäre ein ‘Synergie-Effekt‘ in einem ‘Sanierungfall‘. Vielleicht wirkt diese Begründung dann ja glaubwürdiger für Euch.
Oder ruft mich an, meine Nummer gibt’s auf Xing. Und, äh, sucht mich nicht auf Facebook, das wäre mir peinlich…
Es hat mich gefreut so lange und erfolgreich mit Euch allen arbeiten zu dürfen. Es war mir wahrlich eine Ehre und ein Vergnügen. Laßt uns in Kontakt bleiben.
Good-bye und Danke für den Fisch.
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